momuswuerfel

Sehr geehrte Damen und Herren!

Sie haben heute schon Einiges zum Projekt gehört und ich möchte die Eröffnung von MO-MUS auch nicht weiter hinaus zögern, doch gestatten Sie mir im Namen meiner Kolleginnen einen kurzen Rückblick:

In Speldorf lässt es sich gut leben. Große Waldflächen – und das mitten im Ruhrgebiet – laden zum Wandern ein. Ebenso kann man seine Freizeitaktivitäten auf eine Rennbahn und ein Theater
konzentrieren. Das macht das Örtchen zu einem beliebten Wohnquartier Mülheims. Doch wer weiß schon, dass so mancher Baugrund einst eine Tonfabrik oder eine eisenverarbeitenden Betrieb trug? Oder dass die Altvorderen fast ausschließlich von der Land- und Waldwirtschaft lebten, bevor Speldorf aus seinem dörflichen Dornröschenschlaf gerissen worden ist?

Entwicklungssprünge Speldorfer Geschichte fallen in die preußische Zeit mit Straßen- und Bahnbau.
Mit der Eingemeindung in die Stadt Mülheim 1904 wurde Speldorf dann planmäßig weiter entwickelt, das Hafen- und das Raffelbergviertel entstanden. Die Gartenstadt-Bewegung wurde zur Wohnresidenz der Unternehmer des aufstrebenden

Ruhrgebiets und das Monning-Viertel lockte mit aufwendigen Bauten zu Kirmes und Wochenendvergnügungen. Für das Dörfchen hatte sich ab dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zudem ein neues Lebens- und Geschäftszentrum um die evangelische Kirche entwickelt. Informationen zu diesen Fakten finden Sie nun beispielhaft im Mobilen Museum wieder.

Das Mobile Museum Speldorf, so wie es heute der Öffentlichkeit übergeben wird, war am Anfang kein Museum und auch nicht mobil. Vielmehr kreisten die ersten Gedanke um eine Kunstaktion. Portraits berühmter Speldorfer sollten großformatig mittels Plakaten oder Rollups leidigen Leerstand kaschieren oder Betriebsstätten wie auch öffentliche Plätze aufwerten.
Diese ersten Ideen wurden noch in einer gemischten Truppe geboren, denn zu unserem Team zählte der Künstler Prof. Heiner Schmitz.

Mittelpunkt und Muse unserer Arbeit war aber von Anfang an die ehemalige Schauspielerin Käthe Guss, die in Speldorf nach dem 2. Weltkrieg ein kleines Theater unterhielt. Käthe ist in Speldorf selbst heute noch eine Institution. Sie wurde mit ihrer anmutigen Art zum Kristallisationspunkt der Arbeit der nächsten Monate, weil inzwischen entschieden war, dass über Bilder mit den dazugehörigen Informationen ein bestimmtes Wissen über Personen und Orte bzw. Wirkungsstätten, Gebäude, wie bei Käthe und ihrem Apollo-Theater, transportiert werden sollten.

Ähnlich wie im Buch: „Speldorf in alten Ansichten“, war es unser Anliegen, ein „Schaufenster in die Vergangenheit“ für Jedermann / frau auf zumachen.

Unsere Darstellung sollte also:

  • Geschichte sichtbar machen,
  • medial sollte diese mittels Bildmaterial erklärt werden,
  • die Unternehmen entlang der Duisburger Straße sollten mit eingebunden werden und
  • Käthe Guss sollte einen Mittelpunkt bekommen.

Ein Ausstellungskonzept umzusetzen, das keine Räume hat, ist schon eine Herausforderung. Die Raumfrage wurde aber elegant gelöst, indem Speldorfer Unternehmen in ihren Schaufenstern Platz anboten. Schaufensterplatz ist aber beschränkt. Somit war es erforderlich, eine entsprechende Ausstellungsform zu wählen. Entschieden wurde sich dann für das Modell der Stelen. Stelen können vielfältig angewandt werden und auf unterschiedliche Weise Informationen tragen. Sie passen in Schaufenster, sind pflegeleicht und transportabel. Für die Herstellung der mobilen Informationssäulen wurde die Firma d-m-d, Die Museumsdesigner aus Recklinghausen ausgewählt.

Die langjährige Erfahrung im Museumsbereich überzeugte. Vom Logo bis zur letzten Infos-Stele ist MOMUS heute so konzeptioniert, dass mittels eines ausgewogenen Farb-Design die Stelen in den Geschäftsräumen auffallen und zum Betrachten inspirieren.

Kommen wir nun zur Gliederung des Museums in vier Themenbereiche: Speldorfer Arbeitswelt, Speldorfer Landschaften, Speldorfer Gesellschaft und Speldorfer Zusammengehörigkeit.

Sie haben vier Farben, Speldorfer Arbeitswelt = Braun, Speldorfer Landschaften = Grün, Speldorfer Gesellschaft = Rot und Speldorfer Zusammengehörigkeit = Blau

Diese Themen ordnen die Ausstellung und führen die Stelen zu einem Museum thematisch zusammen. Gleichzeitig finden sich diese vier Farben im Logo und auf der Internetseite wieder. Damit schließt sich der informelle Kreis.

Jedes Thema hat eine Haupt-Stele, die 2m hoch ist. Die Stele hat immer einen einführenden Text im oberen Teil und im unteren Teil ein thematisch passendes Fotos dazu. Ein Bildschirm zeigt weitere Fotografien, die nicht in den jetzigen Stelen aufgearbeitet sind. Alle Themen sind mit einer Standortkarte ausgestattet, so dass der Besucher sich orientieren kann. Für das Thema „Speldorfer Arbeitswelt“ wurden Fotos von Betrieben und Belegschaften ausgewählt. Insgesamt beinhaltet dieses Thema die Stelen: Handwerk, Geschäftsleben, Bäckereien und Tonwerke.

Das Thema „Speldorfer Zusammengehörigkeit“ zeigt Fotos vom dörflichen Trauerzug bis zu Fotos von Schulklassen und Konfirmation. Hier finden wir die Unterthemen: Speldorfer Jugend, Vereinsleben und Kirmes und Erntedank.

Ein weiteres Hauptthema ist „Speldorfer Gesellschaft“, welches resümierend sagt: ︎ ︎Wir Speldorfer sind ein ︎offener Menschschlag aus dem Revier! Hier sind die Einzelthemen: Unternehmer
Heinrich Kloster und Schauspielerin Käthe Guss sowie Speldorfer Gesichter untergebracht. Im Bereich „Speldorfer Landschaften“ finden wir die Themen Mondänes Monningviertel und Rund um die Duisburger Straße.

Resümee:
Wir haben uns bemüht, die Geschichte Speldorfs in dem privat geschaffenen Bildmaterial zu lesen, beispielhaft auszuwählen und für den Besucher als „Blick in die Vergangenheit“, vielleicht seiner eigenen, allumfassenden Geschichte, zu verdeutlichen. Das Zeigen einer privat geschaffenen Vergangenheit war uns wichtig. Dieser Vorgang spiegelt sich nun auf 16 Stelen.

Jede Stele an einem Ort der hat wiederum eine eigene Geschichte. Das ist das Besondere an MO-MUS:

Das mobile Museum ist ein Feldversuch mit offenem Ergebnis! Ob es gelingt, werden wir sehen und dazu benötigen dafür auch Ihre Meinung. Wir haben auf jeden Fall vor, weiter zu machen. Lassen Sie sich überraschen.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Gabriele Mohr